Was ist ein Ausbildungsrahmenplan?

Ausbildungsrahmenplan: Das musst du wissen!

Der Ausbildungsrahmenplan regelt den Ausbildungsablauf

Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil der Ausbildungsordnung eines jeden Ausbildungsberufs. Er enthält Informationen über den Ablauf und die Inhalte der Ausbildung, die im Betrieb vermittelt werden sollen.

In der Regel ist der Ausbildungsrahmenplan tabellarisch aufgebaut und enthält verschiedene Lernbausteine. Das sieht zum Beispiel so aus:

Kfz-MechatronikerInnen sollen innerhalb von drei Wochen im ersten Ausbildungsjahr im Betrieb lernen, wie man elektrotechnische Gefahren beurteilt und analysiert. 

Auf Basis dieses Ausbildungsrahmenplans erstellt das Unternehmen, in dem du deine Ausbildung machst, einen individuellen, sogenannten „betrieblichen Ausbildungsplan" für dich, der deine genauen Aufgaben im Unternehmen beschreibt. Dort ist auch angegeben, wie viel Zeit die einzelnen Teile ungefähr in Anspruch nehmen sollen:

Azubi Michael lernt in Woche vier bis sieben seiner Ausbildung von Ausbilder Herrn Maier die elektrotechnischen Gefahren eines Kraftfahrzeuges kennen und erstellt einen Analyseplan zur Beurteilung.

Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil der Ausbildungsordnung eines jeden Ausbildungsberufs - im Bild: zwei weibliche Nachwuchskräfte bei technischen Arbeiten in der Fabrik.

Welchen Zweck hat der Ausbildungsrahmenplan?

Der Ausbildungsrahmenplan dient den AusbilderInnen als Anleitung, die Ausbildung wie vorgeschrieben zu organisieren. Auch als Azubi kannst du jederzeit in den Ausbildungsrahmenplan schauen, um zu prüfen, ob deine Ausbildung im Betrieb mit den Vorgaben übereinstimmt und du all das lernst, was vorgegeben ist.

Tipp

Schau vorab in den Ausbildungsrahmenplan, denn der ist sehr konkret. 

Du kannst recht gut erkennen, ob eine Ausbildung zu dir passt.

Wie ist ein Ausbildungsrahmenplan aufgebaut?

Der Ausbildungsrahmenplan enthält mehrere Lernbausteine. Jede Tätigkeit ist genau beschrieben, ebenso, wie lange diese gelehrt werden sollte.

Beispiel: Auszug des Ausbildungsrahmenplans für IndustriemechanikerInnen, 2. Ausbildungsjahr, 1. Halbjahr

Nr. Teil des Ausbildungsberufsbildes Zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten Zeitrahmen in Monaten
6 Betriebliche und technische Kommunikation (§ 7 Absatz 1 Nummer 6) Besprechungen organisieren und moderieren, Ergebnisse dokumentieren und präsentieren 2-4
9 Herstellen von Bauteilen und Baugruppen (§ 7 Absatz 1 Nummer 9) Betriebsbereitschaft von Werkzeugmaschinen einschließlich der Werkzeuge sicherstellen; Werkzeuge und Spannzeuge auswählen, Werkstücke ausrichten und spannen; Werkstücke durch manuelle und maschinelle Fertigungsverfahren herstellen 2-4
14 Bearbeiten von Aufträgen (§ 7 Absatz 1 Nummer 14) Zeichnungen, insbesondere Rohrleitungspläne, isometrische Darstellungen, Abwicklungen, Fundament und Lagepläne sowie Aufstellungspläne lesen und berücksichtigen; isometrische Skizzen von Rohrformstücken anfertigen; Rohrleitungsverläufe aufnehmen und isometrisch skizzieren; Schweiß- und Montagepläne lesen und umsetzen 2-4
15 Messen und Prüfen an Systemen (§ 4 Absatz 3 Nummer 3) Rohre, Bleche und Profile thermisch und mechanisch trennen; Rohre, Bleche und Profile kalt und warm umformen; Rohr-, Flansch- und Schraubverbindungen herstellen; Schutz von Anlagenteilen gegen äußere Einflüsse und Dämmmaßnahmen sicherstellen; Bauteile heften und durch Kehlnähte und I-Nähte schweißen 2-3
17 Bauteile und Einrichtungen prüfen (§ 7 Absatz 1 Nummer 17) Sichtprüfverfahren, insbesondere Farbeindringen oder Magnetpulverprüfung an Schweißnähten durchführen; Behälter, Rohrsysteme oder Anlagenteile durch Druckprobe auf Dichtheit prüfen 2-4

Wichtig: Dies ist nur ein Auszug. Der Ausbildungsrahmenplan IndustriemechanikerIn enthält weitere Punkte, die du dir hier ansehen kannst.

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildungsrahmenplan und Ausbildungsplan?

Der Ausbildungsrahmenplan ist Bestandteil der allgemeinen Ausbildungsordnung. Ausbildungsordnungen werden vom Bundesministerium für Wirtschaft oder den sonst zuständigen Fachministerien in Absprache mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung festgelegt.

Den Ausbildungsplan definiert hingegen der Ausbildungsbetrieb und bezieht die Voraussetzungen vor Ort mit ein. Auch dieser Ausbildungsplan enthält eine sachliche und zeitliche Gliederung. Wenn im Ausbildungsrahmenplan für IndustriemechanikerInnen beispielsweise „Herstellen von Bauteilen und Baugruppen - b) Werkzeuge und Spannzeuge auswählen, Werkstücke ausrichten und spannen" steht, legt das Ausbildungsunternehmen im Ausbildungsplan fest, wie es diese Kenntnisse in der Ausbildung vermitteln möchte.

Beispiel: Auszug des Betrieblichen Ausbildungsplans IndustriemechanikerIn bei Firma Schmitz & Co.

Abteilung/Ausbildungsbereich AusbilderIn Zeit in Monaten Zu vermittelnde Kenntnisse
Maschinenraum - Drehmaschinen Herr Schmitz 1 Monat Werkstücke drehen bis Qualität H7, Gewindeschneiden, Kegeldrehen, Formdrehen, Rändeln
Maschinenraum - Fräsmaschinen Herr Balda 1,5 Monate Werkstücke fräsen bis Qualität H8

Achtung: Sowohl der Ausbildungsrahmenplan als auch der individuelle betriebliche Ausbildungsplan sind Bestandteil des Ausbildungsvertrages!

By the way

Neben dem betrieblichen Ausbildungsplan, dem Ausbildungsrahmenplan und der Ausbildungsordnung gibt es auch noch einen sogenannten „Rahmenlehrplan".

In ihm sind die Lernziele und -inhalte für den Unterricht an der Berufsschule festgelegt.

Wo finde ich den Ausbildungsrahmenplan für meine Ausbildung?

Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil der Ausbildungsordnung. Die Ausbildungsordnung für deine Ausbildung findest du über die Berufesuche des Bundesinstituts für Berufsbildung. Such deinen Beruf einfach über den Anfangsbuchstaben und lade dir die Ausbildungsordnung (VO) herunter. Darin findest du auch den Ausbildungsrahmenplan.

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